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Die Elektronik


Ein Blick in die Technik und wichtige Tipps zu Wartung und Betrieb


bluesbreaker technik

 

Vor dem Öffnen der Rückabdeckung unbedingt Netzstecker ziehen!
Das Chassis des komplett handverdrahteten Verstärkers ist aus Aluminium.
Die Röhresockel bestehen aus Keramik. Auf dem grünen Epoxy Board sitzen die Widerstände und Kondensatoren.

bluesbreaker

Ein Blick auf die Spannungsversorgung und die Endstufe:

Über dem Trafo, am Ende des hellblauen Kabels befindet sich die Sicherung: Wert 0.8 A. Wie gesagt, vor Wechsel unbedingt Stecker ziehen!


Der Runde Kreis links ist der Ringkerntrafo für die 6,3 Volt Heizung.
Rechts daneben der Trafo für 300 Volt Anodenspannung.
Unten im schwarzen Plastikkästchen sitzt ein solid state Gleichrichter.

Rechts vom Anodentrafo sitzt die Kette mit grünen Würstschen.Das ist eine Widerstand Reihenschaltung und sorgt dafür dass der Bias nicht wegläuft.
Dies ist der Widerstand für die Bias Einstellung.
Der Verstärker hat Kathodenbias.

Für Techniker: Der Ruhestrom beträgt für beide Röhren zusammen 72 mA. Da es sich um eine Gegentakt AB Schaltung handelt, übernimmt jede End Röhre EL84 davon 36 mA. Die Werte sind aus dem Röhrendatenblatt ersichtlich. Die EL 84 sollten ein Matched Pair sein. Der Bias braucht offiziell da Kathodenbias nach Röhrenwechsel nicht neu eingestellt werden. Es schadet aber nix zur Sicherheit nachzumessen da manche Röhren stark streuen. Dazu werden die blau roten Kabel zu von der Würstchenkette zu den Kathoden der EL84 durch einen 1 Ohm Widerstand ersetzt, über den Polen des Widerstands wird mit einem Digitalvoltmeter Bereich 200mVolt die Spannung gemessen. Der Wert in Millivolt entspricht dem Ruhestrom der Röhre. Der wird durch Ändern der grünen Kathodenwiderstände eingestellt. Der Kathodenwiderstand sollte auf keinen Fall unter 120 Ohm gehen, irgentwann darunter, ich hab das nicht ausprobiert und das sollte auch so bleiben glühen die Bleche und die Garantie ist weg!
Noch ein paar Worte zum Ausgangstrafo: Der Ausgangstrafo hat einen dicken EL 78 Kern und einen Frequenzgang von 72 - 16000 Hz. Der bluesbreaker hat also ordentlich Punch im Bass und gibt die Höhen offen wieder.


bluesbreaker

Hier ein Blick auf das Board

Die großen weissen Fässer sind 500 Volt Styroflex Kondensatoren aus den 50er Jahren und geben dem Amp einen vintage mässigen Sound. An der Anodenleitung der Röhre 1 ganz re chts sitzt ein alter grüner Kohlewiderstand. Die alten Kohelwiderstände sind für die vintage typische weiche Verzerrung verantwortlich.
Sie werden aber nur sparsam eingestezt, da sie leider stärker rauschen als moderne Widerstände und in Gitterleitungen nichts zu suchen haben.
Das dicke blaue Kabel ganz rechts ist ein Stück abgeschirmtes Instrumentenkabel, das vom Eingang direkt auf das Gitter der Röhre geht. Diese Schaltung ist sehr selten und nur beim Kanal 1 des bluesbreaker zu finden. Dahre klingt der Kanal 1 auch anders als der Kanal 2.
Noch n Gerücht: Es soll auch bluesbreaker Clones geben, die an dieser Stelle die Röhre EF 86, eine pentode haben. Die Verdrahtung dieser Stufe ist dann vom VOX AC 15 abgeschaut und dieser Kanal klingt dann auch very british.
Diese Röhre soll auch mehr Crunch aufbrechen da sie eine 150 fache Verstärkung hat. Gute ECC 83 haben eine 100 fache Verstärkung. Allerdings hat die EF86 den Ruf, sehr an Mikrofonie zu leiden ist daher heute selten.

 

 

 


Ein Champ Clone geöffnet:
Der Blick auf die Rückseite zeigt euch unten den dicken Alnico Lautsprecher mit seinem typischen rechteckigen Magnetjoch. Darüber von links die Gleichrichterröhre EZ 80, dann die Endröhre eine EL 84. Rechts befindet sich die Vorröhre, die verbreitete Doppeltriode Typ 12AX7 oder ECC83. Die Endstufe mit der Röhre EL84 pustet 5 Watt an 4 Ohm in an den Speaker.
Was viele nicht wissen:
Für Transistorverstärker wie die PA, die Stereoanlage und viele Musikverstärker bedeutet ein kurzgeschlossener Ausgang, oder eine zu geringe Ausgangsimpedanz das Todesurteil für die Endtransitoren.


Bei Röhrenverstärkern ist das genau UMGEKEHRT:

EINE ZU HOHE AUSGANGSIMPEDANZ SCHÄDIGT DIE RÖHREN UND DEN AUSGANGSÜBERTRAGER!

In diesem Fall glühen die Bleche der Endröhre rot auf. Da Röhren sehr robust sind, überleben sie dies zwar meist, aber man sollte das nicht provozieren. Auch der Trafo nimmt Schaden, da ohne Last sehr hohe Spannungen im Trafo induziert werden. 90 % aller defekten Marshall Ausgangs Trafos geben deswegen Ihren Geist auf. Der Champ Clone hat deswegen einen 4 Ohm 5 Watt Schutzzwiderstand parallel zur Lautsprecherausgangsbuchse als Lebensversicherung. Wenn Stecker raus, wird der Widerstand als Lautsprecherersatz aufgeschaltet: Falls doch mal eingeschaltet wird und der Lautsprecher Stecker ist nicht angeschlossen -- belastet der Widerstand den Trafo und die Röhre mit der richtigen Impedanz.


Ein Chassis im Bau

Ein weiteres Champ Clone Chassis ausgebaut. Rechts der versenkt eingebaute Netztrafo mit seiner schwarzen Mütze. Das Chassis ist zum Teil noch mit der weissen Schutzfolie für das Aluminium überzogen. Der Ausgangsübertrager ist auf diesem Bild noch nicht eingebaut.

 

 

 

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